Smart Green Home: Sieben Monate Quasi-Autarkie
Die Quartale 2 und 3 sind in der Regel in unseren Breiten bekanntermaßen die stärksten Zeiträume für die Stromerzeugung mit Photovoltaik. In diesem Jahr hatten wir das Glück, sogar bereits vor Beginn des zweiten Quartals, nämlich schon ab Ende Februar quasi autark zu werden. Dieser Zeitraum hat sich, Stand heute, bis in den Oktober hinein erstreckt.
Für uns bedeutet »Quasi-Autarkie«, dass unser Bezug von elektrischer Energie aus dem öffentlichen Stromnetz so klein ist, wie es mit der automatischen Regelung unseres Batterie-/Hybrid-Wechselrichter-Systems möglich ist. Der Wechselrichter hält die Einspeise-/Bezugsleistung am Netzübergabepunkt bei etwa ± 30 W. Wir »akzeptieren« also einen täglichen Bezug von nicht mehr als 500 Wh und nennen das »quasi-autark«.
»Bilanziell autark« sind wir an Tagen, an denen wir mindestens genau so viel Strom in das öffentliche Netz einspeisen, wie wir bezogen haben. Diese Tage spielen allerdings für den Kontext dieses Artikels keine Rolle.
Bezug vs. Einspeisung
Betrachten wir nun die vergangenen 7 Monate, also die Zeit vom 01. März bis zum 30. September. In diesem Zeitraum wurden an keinem Tag mehr als 500 Wh (0,5 kWh) aus dem öffentlichen Stromnetz bezogen.
Nahezu der gesamte Verbrauch unseres Haushalts wurde mit PV-Energie gedeckt – entweder direkt aus dem erzeugten PV-Strom oder aus der Hochvolt-Batterie.
In Summe bedeutet das für die 214 Tage / 7 Monate:
- unter 40 kWh Netzbezug
- über 2.950 kWh Einspeisung
»Quasi-Autarkie« trotz E-Auto und Wärmepumpe – durch Maximierung des Eigenverbrauchs
Da wir nur einen Stromzähler haben, über den nicht nur der Haushaltsstrom, sondern auch der Ladestrom für das E-Auto und die Wärmepumpe läuft, ist in dieser Berechnung wirklich alles enthalten. Aufgrund der umfangreichen Steuerung im Haushalt haben wir Großverbraucher so gesteuert, dass sie bevorzugt zu den Zeiten gelaufen sind, in denen viel Strom zur Verfügung stand. So konnten wir die Einspeisung so gut es geht vermeiden.
Unsere Wallbox wird so gesteuert, dass sie nach Erreichen eines gewissen Minimums in der Traktionsbatterie des Fahrzeugs den aktuellen Überschuss nahezu wattgenau ins E-Auto lädt. So konnten wir über 1.500 kWh im betrachteten Zeitraum zum Fahren verwenden – genug Strom für mehr als 9.000 km, Ladeverluste schon mit eingerechnet. So waren wir nur während der Fahrt in den Urlaub auf Strom aus anderen Quellen (öffentliche Ladeinfrastruktur) angewiesen.
Die Wärmepumpe ist ab März nur noch an wenigen Tagen gelaufen. Das Haus musste nicht mehr beheizt werden, und für warmes Wasser sorgte der Heizstab, der, ebenfalls aus PV-Überschuss, nahezu dauerhaft über 60 °C im Pufferspeicher gesichert und sich dafür etwas über 715 kWh genehmigt hat. Erst im Oktober nach der Sommerpause kam es wieder zu einem vereinzelten Start der Wärmepumpe. Aber selbst für den war genug Sonne da, so dass es nicht zum Netzbezug kam.
Wechselhafte Erzeugung – Hochvolt-Batterie und clevere Steuerung optimieren die Nutzung
Insgesamt wurden über 7.820 kWh im betrachteten Zeitraum von Anfang März bis Ende September erzeugt. Der beste Tag war der 13. Juni mit mehr als 61 kWh. Der schlechteste Tag war der 13. April, mit nur knapp über 7 kWh.
Wenn man davon die 2.950 kWh Einspeisung abzieht, wurden vom erzeugten PV-Strom ca. 4.870 kWh in den sieben Monaten verbraucht, Lade- und Entladeverluste für die Hochvolt-Batterie mit eingeschlossen. Das entspricht einer Eigenverbrauchsquote von etwa 62% in Q2/Q3. Da ist noch Luft nach oben.
Die größten Einzelverbraucher wurden dabei vorwiegend Überschuss-gesteuert:
- Wallbox mit über 1.500 kWh
- PV-Heizstab mit über 715 kWh
Die restlichen 2.655 kWh (im Schnitt ca. 12 kWh pro Tag) verteilen sich auf alles andere.
Da sich die Erzeugung nur auf die Tagesstunden beschränkt und an manchen Tagen kaum Strom erzeugt wurde, war die Hochvolt-Batterie im ständigen Einsatz und hat dafür gesorgt, dass trübe Tage und dunkle Nächte problemlos überbrückt werden konnten. Dabei kam es zu keinen Einschränkungen: Große Verbraucher, wie Geschirrspüler, Waschmaschine und Wäschetrockner wurden immer dann verwendet, wenn die Sonne schien. Das hatte den Vorteil, dass man Strom nicht erst verlustbehaftet im Akku einspeichern musst, um ihn anschließend wieder unter erneutem Verlust zu entladen und in Wechselstrom umzuwandeln.
Interessante Beobachtung: Nord- vs. Südanlage – Die Nordanlage bringt mehr, als man denkt
Unser Haus steht zwar recht günstig (nur wenige Grad von der Südausrichtung abweichend), ist aber »falschherum« gebaut. Das Pultdach auf der Nordseite ist viel größer und flacher als das Dach der Südseite. So liegen bei uns ⅔ der PV-Module auf der Nordseite und bilden dort einen eigenen String.
Entsprechend ist es mir möglich, auszuwerten, wie viele Kilowattstunden Energie pro installiertem kWp erzeugt wurden. Hier einmal von Jahresbeginn bis September 2026 heruntergebrochen:
Für die ersten neun Monate ergibt sich damit dieses Gesamtbild1:
- Süddach: 3.234 kWh (ca. 986 kWh pro installiertem kWp)
- Norddach: 4.942 kWh (ca. 753 kWh pro installiertem kWp)
Die Leistung der Nordseite pro installiertem kWp entspricht von Januar bis September durchschnittlich 76% der Südseite.
Insgesamt bin ich also sehr froh, das Norddach »vollgeklatscht« zu haben, auch wenn mich der Solateur anfänglich in eine andere Richtung beraten hat. Die Anzahl der PV-Panels war sicher nicht der Kostentreiber der Gesamtinstallation, aber der Nutzen ist unbestritten – gerade bei unserer »Dachsituation«. Denn in den Sommermonaten konnte die Nordseite fast mit der Südseite gleichziehen, was den Ertrag angeht – mit dem Effekt, dass sich die Stromerzeugung bis zu verdreifacht (z. B. im Juni) hat im Vergleich zu einer reinen Süd-Installation.
Ein vollständig rundes Bild kann ich jedoch erst Anfang 2027 liefern, wenn die Daten für 2026 komplett im Kasten sind.
Komplette Auswertung Anfang des kommenden Jahres
Es wurden bisher eine Menge an Daten über die Erzeugung und Verwendung elektrischer Energie gesammelt. Hier ergeben sich interessante Trends und spannende Einsichten. Ich plane, Anfang 2027 eine detaillierte Datenrückschau auf das Jahr 2026 zu verfassen. Auch als »Baseline« für die kommenden Jahre: Denn mein Gefühl sagt mir, dass aus Sicht der Stromerzeugung mit Photovoltaik 2026 ein besonders gutes Jahr war.
Der Winter kann kommen
Die ursprüngliche Planungsvorgabe, dass die PV-Anlage den Verbrauch der Wärmepumpe bilanziell decken muss, ist mehr als nur erfüllt worden.
Entsprechend kann der Winter nun kommen und die Heizung wieder ihren Betrieb aufnehmen.
Fazit: Der Plan ist aufgegangen
Nach nun etwas über einem Jahr Betrieb der Gesamtanlage können wir feststellen, dass das Konzept für uns aufgegangen ist. Die Kombination aus PV-Panels, Hybrid-Wechselrichter, Hochvolt-Batterie und unserem selbst implementierten Energie-Managementsystem sorgt auch bei einer eher kleinen Anlagengröße von 9,84 kWp für eine ordentliche Eigenverbrauchsquote des erzeugten Stroms und eine lange »Quasi-Autarkie« – nach aktuellem Stand der Dinge von über sieben Monaten.
Dieser Artikel wurde von einem Menschen geschrieben, anschließend mit Hilfe von KI korrigiert und teilweise umformuliert.
KI hat keinerlei Inhalte selbst erzeugt oder Fakten beigetragen.
-
Die Abweichung von den weiter oben genannten Zahlen ergibt sich aus dem erweiterten Betrachtungszeitraum von Januar bis September und den Rundungsdifferenzen. ↩︎
Smart Green Home Photovoltaik Wärmepumpe Wallbox
Zuletzt geändert: 2026-10-08 10:31:28
